Wieso ich urplötzlich mich selbst im Glashaus wiederfand

Jeder dem einmal das Herz gebrochen wurde, ganz egal ob Männlein oder Weiblein, tut Dinge die er im Nachhinein bereuen wird. Damit meine ich aber nicht, den Ex hinterherzulaufen( selbst davon kann man ich mich nicht freireden, shame on me).
Manche gehen ins Fitnessstudio, fressen Chips, lassen sich die Haare schneiden, gehen auf Reisen und stürzen sich auf die Arbeit. Mein Problem war: in die Arbeit stürzen klappt nicht, scheiß Job, wie ihr bekanntlich wisst. Ich war nie so der Vielfraß, und Fitness brauche ich nicht. Laufen ist für mich Fitness. Was ich tat, war Ablenkung in Dates zu suchen.

Schlimm war das nicht, was schlimm war, war nicht das Gefühl, ein Platzhalter zu suchen , sondern zu realisieren, dass der Gegenüber sich knallhart, auf dem besten Weg war, sich in Dich zu verlieben. Es klingt ein wenig eingebildet, das von sich zu behaupten. Aber glaub mir, jeder Blinde, hätte die Anzeichen gedeutet.

Das Problem war, bei mir entwickelte es sich nicht in die Richtung Liebe. Es war eher das Glücklich Sein Gefühl mit jemanden Scheiße bauen zu können. Und das perfide, ich konnte das galant ausblenden. Noch schlimmer war die Tatsache, dass es mir egal war, wohin sich das entwickelte. Weil ich nach den ersten Treffen schon schnell wusste, dass es niemals mehr als Fun & Friends sein würde.

Wieso tat ich das?

War es das Gefühl nicht alleine, in einer fremden Stadt sein zu wollen? Oder noch immer begehrenswert zu sein, nachdem ( der Traum der wahren Liebe) wie eine Seifenblase zerplatzt ist? Umso plötzlich schlimmer, als man langsam doch einen Anstand von Böse & Fair & Gut sich entwickelte…spätestens mit der Erkenntnis, wie viele Sachen der Gegenüber einen weiß, sich gemerkt hat, man verglichen dazu irgendwie nie richtig zugehört hat. Da unsere Abende mit mindestens zwei Weinflaschen zelebriert wurde, handhabte ich plötzlich es an einem Treffen anders. Ich füllte mich nicht mehr so sehr ab, blieb angetrunken aber nicht betrunken, um genauer zuzuhören.

Wenn man selbst betrunken, das checkt

Mit jedem Gedankenfetzen, mit jeder Äußerung würde mir übel. Wie eine schallende Ohrfeige: Man war nicht besser als XYZ. Der Gegenüber hielt trotzt besoffenem Zustand, eine Sichtweise die mich umhaute. Er war nicht auf der Suche nach Dates, bloß er wusste es nicht. Er war bereit für die Liebe, sich auf Etwas einzulassen, sich fallen zu lassen, mit allem was er hat sich in das neue Abenteuer zu schmeißen, er war hoffnungslos ein Romantiker, ein Gentleman. Ein Boyfriend Material. Das Problem, er war nicht mein Boyfriend Material. Sondern war das Boyfriend Material von Jemand anderem. Ab dem Zeitpunkt wusste ich es, dass ich fair sein muss. Fair mir, ihm und unsere Wege.

Selbst zu feige, es anzusprechen

Als mir die Sachlage bewusst war, war das größere Problem , meine Feigheit( die sogar meine eigentliche Einstellung) untergrub. Zu wissen das man jemanden wehtut, jetzt aber genau wie XYZ handelt und der Gegenüber plötzlich zu einem selbst wird. Und glaub mir, dieses Gefühl der Machtlosigkeit….Das wünscht man niemandem. Selbst als ich 3 Gläser Wein, 3 Weizen und etliche Shots hinter mir hatte, war es schwer es über die Lippen zu bringen. Insbesondere dann, wenn der Gegenüber auf Kuschelkurs und Zärtlichkeit aus war. Und keine richtige Begründung, keine richtige Vorwarnung. Stattdessen ein plumpes du bist mein bester Bro…ich höre noch bis heute den Satz nachhallen.

Was ich wirklich bereue?

Nicht den Mumm zu haben( glaub mir, ich liebe Jules Mumm) ihn das in einem nüchternen Zustand gesagt zu haben. Ihm die Chance gegeben zu haben, Fragen zu stellen, die in seinem Kopf kreisten. Ich habe ihn die Chance genommen, direkt mit unschönen Sachen mich zu konfrontieren, wo ich wusste: er wird diese Fragen stellen. Wie feige ist das. Wie das Schicksal mich doch auf die Probe gestellt hat. Eigentlich aus XYZ Fehlern zu lernen, und ich nicht mal ansatzweise dem Nachgegangen bin, wovon ich mir immer geschworen habe: So nicht mit mir, und so auch nicht mit Anderen.

Das er perplex war, erfuhr ich durch weitere Geschichten, die er mir im Nachhinein erzählte. Ich hätte es mir denken können, aber auch da fiel mir es an Mitgefühl, ich blendete es aus. Anstatt mach seinem Wohlergehen zu fragen, habe ich mir das insoweit schön geredet, das so eine Auszeit, dem guttue und sich zu sammeln. Problem: ich kannte selbst diese Auszeit. Und diese Auszeit: die war nicht schön..jeder Tag fühlte sich wie ein ganzer Winter an…sprich mehrere Monate × mehrere Winter.

Wie daraus eine tiefsinnige Freundschaft wurde, ob eine tiefsinnige Freundschaft überhaupt entstehen kann danach, werde ich euch schon bald erzählen.

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